Statt eines gemütlichen Spaziergangs nach den Feiertagen, erlebe ich eine Natur voller Müll, Plastik und kaputten Glasflaschen.
Nachhaltigkeit

Überall liegt Scheiße, man muss eigentlich schweben

Kahle Äste werfen ihre Schatten auf die Feldwege. Es ist kalt, die frische Luft tut gut. Eigentlich wollte ich eine kleine Foto-Tour durch unseren Ort machen. Statt die unberührte Natur einzufangen, bleiben meine Blicke an Plastik, zerbrochenen Glasflaschen, benutzten Taschentüchern, Müll und leeren Kippenschachteln hängen.

Müllkippe Natur

Am Rand des Feldweges liegt eine leere Glasflasche und zerstört die Idylle.

Nach der Hälfte meines Spaziergangs entscheide ich mich dazu, nicht die gefrorenen Beeren, glitzernden Tautropfen und idylischen Bäume zu fotografieren, sondern jeglichen Müll mit der Kamera festzuhalten. Je mehr ich mich auf den Dreck konzentriere, desto erschrockener bin ich über die immense Menge.

Ist unser Planet noch zu retten?

Am Rand des Feldes liegt eine leere Zigarettenschachtel mit der Aufschrift "Rauchen ist tödlich" - Plastik auch.

Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause. Wo sollen wir denn hingehen, wenn wir ihn zerstören.

Dalai Lama, Interview mit Franz Alt, 2004

Laut einer Analyse von McKinsey & Company wurden im Jahr 2016 rund 260 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 150 Millionen Tonnen, waren Plastikverpackungen wie Tüten, Wegwerfbecher, Strohhalme, Folien und Einwegflaschen.

Im Gras liegt ein zerdrücktes Trinkpaket mit einem Strohhalm.

440 Millionen Tonnen Plastikmüll

McKinsey zufolge wird die weltweite Menge Plastikmüll bis zum Jahr 2030 um rund 80 Prozent auf 440 Millionen Tonnen steigen.

Eine zerfetzte Brötchentüte liegt zwischen Hölzern und Blättern auf dem Boden.

Der WWF schreibt auf seinem Blog, dass jährlich zwischen vier und 13 Millionen Tonnen Verpackungsmüll aus Plastik ins Meer gelangen. Mehr als 800 Tierarten leiden unter dem Plastikmüll. Wale und Seehunde verfangen sich in Geisternetzen, Vögel fressen Plastikteile und verhungern.

„Das größte Problem mit Plastikmüll besteht vor allem in den Ländern, in denen es keine kontrollierte Abfallsammlung gibt. Einen Schwerpunkt bilden hier vor allem die Länder in Südostasien.“

Bernhard Bauske, WWF

Eine Plastikverpackung liegt am Rande eines Feldes und verschmutzt unsere Welt.

Noch schlimmer ist das Plastik, das für uns nicht sichtbar ist – Millionen Mikroplastikpartikel aus Reifenabrieb, Kunststofftextilien und Kosmetik. Egal ob Zahnpasta, Duschgel oder Haarshampoo – viele dieser Dinge enthalten winzige Plastikkügelchen, die über das Abwasser ungefiltert ins Meer gelangen.

Wie Müll ins Meer gelangt

Eine Infografik dazu, wie Plastikmüll ins Meer gelangt.

Wir können nicht von heute auf morgen auf jegliches Plastik verzichten. Aber beim Einkaufen auf unverpacktes Obst und Gemüse zurückzugreifen, keine Plastiktüten mehr zu kaufen, und darauf zu achten, was sich in unseren Kosmetikprodukten befindet – das sind die ersten Schritte. Es sind kleine Schritte, aber besser als keine. Wir sollten anfangen unseren Planeten zu schützen. Es ist der einzige, den wir haben.

Amen.

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