Plastik, Glas oder Papier?

Drei Glasbehälter stehen auf einem Tisch.

Plastiktüten, Strohhalme und Coffee-to-go-Becher auf Wiesen, Feldern und an Stränden – leider kein seltenes Bild. An manchen Orten ähnelt unsere Umgebung einer Müllkippe. Und wenn wir mal genauer darauf achten, dann können wir draußen keine fünf Meter gehen, ohne Müll und Plastik auf dem Boden zu finden. Plastikmüll ist ein weltweites Problem und es wird zunehmend schlimmer. Plastiktüten kosten mittlerweile in jedem Geschäft Geld. Jüngst wurde von der Politik auch ein Verbot der Plastiktüten gefordert. Aber ist das wirklich umweltfreundlicher?

Beim Thema Plastik läuten bei vielen die Alarmglocken. Auch ich versuche in jüngster Zeit vermehrt darauf zu achten, was ich kaufe und worin es verpackt ist. Neben Kunststoff gibt es Verpackungen aus Glas, Aluminium oder Papier. Daraus werden Flaschen, Konservendosen, Getränkedosen, Kartons und Plastikbecher hergestellt.

Aber was davon ist wirklich nachhaltiger? Verpackungen aus Glas? Oder doch aus Plastik? Pauschal kann man das leider gar nicht genau beantworten. Denn sowohl Plastik als auch Glas können ökologisch und ökonomisch sinnvoller sein als das jeweils andere. 🤔

Viel wichtiger als „Glas oder Plastik“ ist die Frage, ob „Mehrweg oder Einweg“. Und Mehrweg ist immer besser als Einweg. Denn je öfter wir etwas brauchen können, desto besser ist letztlich auch der ökologische Fußabdruck.

Die Herstellung

In der Produktion verbraucht die Herstellung von Glas enorm viel Energie in Form von hohen Temperaturen. Dosen aus Metall sind in der Herstellung sogar noch energieaufwendiger. Dazwischen liegt die Plastikherstellung. Wichtig dabei ist aber, den Energieverbrauch bei der Produktion von je einem Kilogramm des jeweiligen Wertstoffes zu betrachten.

Die Herstellung von einem Kilogramm Glas verbraucht viel weniger Energie, als die Herstellung von einem Kilogramm Plastik. Aluminium verbraucht sogar noch mehr Energie als Kunststoff. ABER: Aus einem Kilogramm Glas lassen sich höchstens drei Ein-Liter-Getränkeflaschen herstellen, aus einem Kilogramm Kunststoff dagegen etwa 20 Flaschen. 1:0 für Plastik also, denn das geringe Gewicht wirkt sich auf die Produktion positiv aus.

Abgesehen davon besteht Glas hauptsächlich aus Sand – also einem Rohstoff, der nicht unendlich vorhanden ist. Gleiches gilt für Plastik, das zum größten Teil aus Erdöl gewonnen wird, und für Papier, das aus Holz hergestellt wird.

Der Transport

Generell ist der CO2-Abdruck von Glas pro Kilogramm zwar geringer, als der von Plastik, Glas verbraucht aber durch sein Gewicht auch mehr Energie beim Transport als Plastik.

Die Wiederverwertung

Bei jedem Glas, was wir kaufen können, handelt es generell um Einwegglas. Nach dem Gebrauch muss es also eingeschmolzen werden – und das bei etwa 1400 Grad Celsius und mehr. Trotzdem verbraucht das Recycling von Einwegglas immer noch weniger Energie als die Neuproduktion, und zwar etwa 25 Prozent.

Einweggläser schneiden also in der Wiederverwertung deutlich schlechter ab als PET-Flaschen. Etwas anders verhält es sich beim Vergleich von Mehrwegverpackungen. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, spielt es keine Rolle, ob man Mehrwegflaschen aus Plastik oder Glas verwendet. Einziger Vorteil: Glas gibt keine Schadstoffe an Lebensmittel ab.

Einweg und Mehrweg

Achtung: Kauft ihr Flaschen, für die ihr Pfand zurückbekommt, handelt es sich nicht gleich um Mehrweg-Flaschen. Wo genau der Unterschied liegt, könnt ihr bei der Verbraucherzentrale nachlesen.

Kann Glas überhaupt nachhaltig sein?

Wie ihr seht, ist die ganze Sache nicht ganz einfach zu beantworten – schon gar nicht mit „Ja“ oder „Nein“. In jedem Fall KANN Glas nachhaltiger sein, wenn beispielsweise die Transportwege kurz sind. Aber auch wenn ihr eure Gläser immer und immer wieder verwendet.

Wir als Verbraucher können in jedem Fall darauf achten, generell so wenig Verpackungen wie möglich zu konsumieren. Bei mir bleibt jedes Obst und Gemüse im Supermarkt liegen, wenn es nur eingeschweißt zu kaufen ist. Und wenn ich für ein bestimmtes Gericht unbedingt den plastikverpackten Brokkoli brauche – dann schmeiße ich stattdessen eben was anderes in den Kochtopf – eben das, was es unverpackt oder im nächsten Gemüseladen gibt.

Außerdem verwahre ich so gut wie jedes Glas, um es irgendwie wiederzuverwenden. Ich benutze meine Glasflaschen und Glasbehälter immer wieder für den hiesigen Milchautomaten, die großen und kleinen Gläser für mein Mittagessen-To-Go, für selbstgemachte Peelings und irgendwelchen Deko-Schnick-Schnack. Was macht ihr mit euren Glasbehältern?

Und was ist mit Papier?

Auch Papier ist nicht so nachhaltig, wie es vielleicht den Anschein hat. Zwar ist es schnell und vollständig abbaubar, in der Herstellung benötigt eine Papiertüte allerdings doppelt so viel Energie wie eine Plastiktüte. Hinzu Hinzu kommt eine hohe Belastung von Luft und Wasser durch Stickoxide, Schwefeldioxide und andere Chemikalien, mit denen die Zellstofffasern behandelt werden müssen.

Es kommt also wieder auf die Art der Verwendung an. Plastiktüten sind reißfester und können demnach auch öfter verwendet werden, als Papiertüten. Andererseits braucht Plastik 100 bis 500 Jahre, bis es sich zersetzt hat. Da ist behandeltes Papier mit etwa sechs Wochen deutlich schneller.

Unterm Strich weist eine Papiertüte aber trotzdem eine noch schlechtere Öko-Bilanz auf als eine Plastiktüte.

Also egal ob Glas, Plastik, Tetra-Pak oder Papier: Je weniger wir davon kaufen, desto besser. Und wenn Glas oder Plastik nicht zu vermeiden sind, dann sollten wir den Rohstoff zumindest danach so oft wie möglich wiederverwenden.

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